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    Schädlingsbekämpfung Denguefieber in Malaysia

    Malaysia verstärkt den Kampf gegen das Denguefieber

    April 2014 – Die stark vom Dengue betroffenen Gebiete in Malaysia erlebten einen Anstieg der Denguefieber-Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um das Vierfache angestiegen. Die malaysische Regierung hat deshalb den landesweiten Kampf gegen die Moskitos, die den Virus verbreiten, intensiviert.

    Vortrag einer Teilnehmerin des „Dengue Warriors“-Seminars

    Im Januar 2014, verkündete das malaysische Gesundheitsministerium den Einsatz des BASF-Larvizids Abate® im Zuge einer ganzheitlichen Anti-Dengue-Kampagne. Sie umfasst Vernebelung, ULV-Spritzverfahren und Larvenbekämpfung, um sowohl ausgewachsene Moskitos unschädlich zu machen als auch potentielle Brutstätten zu behandlen.

    Kommunen und Gesundheitsbehörden setzen Abate® im Wechsel mit biologischen Mitteln gegen die Moskitolarven ein, die sich in stehendem Wasser entwickeln – etwa in Wasserbehältern, Abwasserkanälen oder Pfützen auf Mülldeponien und Baustellen. Denguefieber ist eine schwere grippeähnliche Krankheit, die vorwiegend von tagaktiven Aedes Moskitos übertragen wird. Laut der WHO infizieren sich jährlich über 100 Millionen Menschen. Man unterscheidet vier Serotypen des Dengue-Virus (DEN-1, DEN-2, DEN-3 und DEN-4). Die Infektion mit einem der vier Serotypen bewirkt lebenslange Immunität gegen diesen Serotyp. Infektionen mit Viren eines anderen Serotyps sind jedoch weiterhin möglich und erhöhen das Risiko einer potentiell lebensbedrohlichen Form der Krankheit. Da es keinen Impfstoff gibt, liegt der Schwerpunkt bei der Vorbeugung auf der Moskitobekämpfung.

    BASF sprach mit Professor Dr. Hidayatulfathi Othman von der Nationalen Universität Malaysia, einem der führenden Experten auf dem Gebiet der übertragbaren Krankheiten, über die Denguefieber-Situation in Südostasien.

    BASF: Was sind die Gründe für die aktuelle Zunahme von Denguefieber-Fällen in Malaysia und in Südostasien?

    Prof. Dr. Hidayatulfathi Othman: In Malaysia ist diese Entwicklung auf einen neuen Serotyp zurückzuführen, DEN 1.1, der derzeit im Umlauf ist. Hinzu kommt, dass der schon vorhandene Serotyp DEN 2 immer virulenter wird. In Südostasien generell haben mehrere Faktoren dazu beigetragen, dass in tropischen und subtropischen Entwicklungsländern epidemiologische Bedingungen entstanden sind, die eine Virenübertragung durch die Hauptvektoren Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) begünstigen. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem das rasche Bevölkerungswachstum, die Landflucht und die unzureichende städtische Infrastruktur – beispielsweise die unzuverlässige Wasserversorgung, die dazu führt dass viele Menschen, Wasservorräte in Behältern neben ihren Häusern speichern. Auch der Anstieg von festem Abfall ist ein Problem, besonders weggeworfene Kunststoffbehälter und sonstige Gegenstände, in denen sich Wasser sammelt und Larven in städtischen Gebieten einen Lebensraum bieten.

    Welche weiteren Faktoren tragen zur Ausbreitung der Krankheit bei?

    Othman: Da wäre zum Beispiel der Handel mit gebrauchten Reifen, in denen sich dann Regenwasser ansammelt. Das hilft den Moskitos, sich großflächig zu verbreiten. Der ständig zunehmende Luftverkehr und auf der anderen Seite der Ausfall von Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Überträger spielen ebenfalls eine erhebliche Rolle. Darüber hinaus erleben wir zur Zeit unberechenbare Witterungsverhältnisse mit immer feuchteren Regenzeiten, während die Trockenzeiten sich immer mehr zu Dürreperioden entwickeln. Für die Trocken- und Dürrezeiten legen sich viele Menschen Wasservorräte an, ohne daran zu denken, dass die Wasserbehälter ideale Brutstätten für Moskitos sind. Diese Bedingungen begünstigen insbesondere die Ausbreitung der Aedes Moskitos. Die Regierung hat bereits viel investiert und zahlreiche Kontrollmaßnahmen umgesetzt. Aber das reicht nicht. Auch die Gemeinden, die Privatwirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und die Industrie müssen aktiv werden. Die steigende Ausbreitung des Denguefieber lässt sich nur mit vereinten Kräften stoppen.

    Wie kann BASF den Kampf gegen das Denguefieber unterstützen?

    Othman: BASF verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Herstellung von Insektiziden, die ausgewachsene Moskitos wie auch die Larven bekämpfen. Abate® ist wohl das bekannteste. Es ist schon seit mehr als dreißig Jahren auf dem Markt und immer noch eins der effektivsten Instrumente bei der Larvenbekämpfung. Selbst das malaysische Gesundheitsministerium ruft die Öffentlichkeit dazu auf, potentielle Brutstätten zu finden und mit Hilfe effektiver Larvizide wie Abate® 1SG zu eliminieren, um der Ausbreitung von Dengue entgegenzuwirken.

    Wie sieht die Arbeit von BASF in einer Partnerschaft gegen die Ausbreitung von Denguefieber genau aus?

    Othman: BASF bekennt sich ausdrücklich zu seiner sozialen Verantwortung. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich mit Forschungsinstituten und örtlichen Universitäten zusammen und unterstützt sie bei der Lösungsfindung im Kampf gegen das Denguefieber. Als Partner der malaysischen Wissenschaftler hat BASF einen besonderen Stellenwert, weil das Unternehmen auf alle Anfragen eingeht. Im Gegenzug sind die Wissenschaftler stets bemüht, BASF die Arbeit zu erleichtern. Mein persönliches Anliegen ist, die inzwischen 15-jährige Zusammenarbeit mit BASF durch meine eigenen Fachkenntnisse noch enger zu machen und gemeinsam das Denguefieber endgültig zu besiegen.

    Welche sonstigen Schritte wurden bisher im Kampf gegen das Denguefieber unternommen?

    Othman: Die Regierung hat eine Liste mit Bekämpfungssmaßnahmen gegen das Denguefieber veröffentlicht. Richtig Fahrt aufgenommen hat der Kampf aber erst nach dem „Dengue Warriors“-Seminar, das kürzlich in Singapur stattfand. Das Seminar war eine gute Möglichkeit, auf die Gefahren der Krankheit aufmerksam zu machen und die wesentlichen Gruppen – Bauunternehmer, Subunternehmer und die Öffentlichkeit – über Kontrollmaßnahmen zu informieren. Baustellen sind notorische Brutstätten für Aedes Moskitos. Es gibt dort immer gut versteckte, ruhige und feuchte Ecken, wo sie sich besonders gut vermehren können. Es ist also besonders wichtig, gerade diese Zielgruppen anzusprechen. Das „Dengue Warriors“-Seminar war dabei sehr erfolgreich, die Teilnehmerzahlen haben alle Erwartungen übertroffen. Die Zusammenarbeit mit diesen Gruppen ist bei der Bekämpfung von Denguefieber absolut unverzichtbar, vor allem in städtischen Gebieten.

    Konnten Sie bereits sichtbare Erfolge verzeichnen?

    Othman: Nein, bis jetzt noch nicht. Aber ich bin sehr optimistisch. Wir müssen kontinuierliche das Bewusstsein schärfen. Ich bin überzeugter Verfechter von großflächiger, wiederholter, intensiver und dauerhafter Kommunikation. Den ersten Schritt hat BASF bereits getan: großflächige Information beim „Dengue Warriors“-Seminar. Die drei anderen Schritte – Wiederholung, Intensivierung und dauerhafte Information – gilt es jetzt umzusetzen.

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